Kreuzfahrtschiff vor Seccheto

zurück zu lup-site.com
zurück zu LooPing
zurück zu Reisen
zurück zu Elba 2008

Glitzerndes Meerwasser bei Secchetto

Anreise       
Seccheto   

Ferien auf der Trauminsel
Elba 2008

Ab auf die Insel

Eine lange Reise ist es, um von Reinach auf die Insel zu gelangen. Und doch geht es erstaunlich schnell. 742 Kilometer zeigt der Kilometerzähler des Autos nach 10 Stunden Fahrt an.

Zurück bleibt eine verregnete, kalte Schweiz und vor uns die Hoffnung auf eine warme Sonne und das Meer. Nun das Meer fanden wir, aber der Regen begleitete uns auch, aber nicht die Kälte. Zwischendurch drückt die Sonne durch die Wolken-decke, als wir in Piombino auf die Fähre warten.

Später erfahren wir im Hotel, dass am Montag ein heftiger Sturm über die Insel fegte. Viel Regen prasselte auf Elba, Laub und Äste wurden herumgewirbelt. Die sonst meist trockenen Bäche schwollen an und spülten Erde, Sand, Steine und auch Dinge, die der Mensch achtlos hinterlässt, ins Meer. So verlor es für einen Tag sein klares Blau.

...da steht bei Pier 5 keine Fähre bereit. Rechts an der Hafenmole steht ein Schiff von Moby Line und links, an Pier 6 steht offensichtlich jene von Toremar bereit. Vor uns aber ausser einigen Autos nichts. Na ja, noch bleibt eine knappe halbe Stunde Zeit bis zur angekündeten Abfahrt von 18.15 Uhr. Zeit, die von den Reisenden genutzt wird um Luft zu schnappen, von anderen aber auch um ihren "Geschäften" nachzugehen.

Ein recht gut gekleideter Mann, kräftig gebaut, eine Sporttasche bei sich und in eine "Nike-Jacke" gehüllt nähert sich: "Deutsch - Österreich - Sie?" "Nein, nichts von dem." "Sprechen Deutsch, ich Pol, Arbeit verlor, non lavoro, schlaf Bahnhof. Euro per un café, mangiare!" Sein Blick ist fordernd. Der Mann baut sich auf. "No!" Er scheint nicht verstanden zu haben. "Mangiar, Café", wiederholt er mit stechendem Blick. Ein scharfes "no" zu ihm. "Comprende, no!" Er gibt nicht auf und versucht mit seinem massigen Körper und den stechenden Augen zusätzlich Druck zu machen, um den Gegenüber einzuschüchtern.

Seine Pranken sind sauber und haben schon lange nicht mehr gearbeitet. Sie schauen aus wie bei einem "Bürotäter", welcher er aber nicht ist. Er will Geld, einfach Geld, um nicht arbeiten zu müssen. Ihn irritiert, dass sein Gegenüber nicht nachgibt, ihn ebenso fixiert, direkt in die Pupille schaut. Das erträgt er nicht, brummend und fluchend zieht er ab zum nächsten Auto. Das gleiche Gestammel, hier nur mehr mit italienisch durchsetzt, da der Angesprochene ein Italiener ist. Der drückt ihm schliesslich eine Note in die Hand. Der Kerl blickt triumphierend und anklagend zugleich zurück. Später versucht er es noch einmal, lässt aber rasch ab, wie er mit seinem stechenden Blick abblitzt. Und weil er sich beobachtet fühlt verschwindet er, überrennt dabei einen aussteigenden Passagier.

Da ist die nette ältere Frau, die Prospekte von Elba verteilt und freundlich lächelt und die Farbigen, die Regenschirme anbieten, sind ganz anders. Sie lachen, auch wenn man wieder "Nein" sagt. Grüssen freundlich und ziehen weiter und freuen sich, wenn man zurück grüsst. La vità e così!